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Die Martin-Luther-Kirche



Die Martin-Luther-Kirche ist das Nachfolgegebäude für Emdens erste lutherische Kirche, die aus dem Jahre 1775 stammte. 1942 wurde sie in einem Bombenangriff zerstört. Nach Beendigung des Krieges konnte die Gemeinde eine ausgediente Wehrmachtsbaracke erwerben und zur Notkirche umgestalten.

Am 1. Juli 1956 fand die Grundsteinlegung für die neue Kirche, die am alten Platz in der Bollwerkstraße entstehen sollte, statt. Bereits im Dezember 1958 war der Neubau vollendet und wurde am 14. Dezember desselben Jahres vom damaligen hannoverschen Landesbischof D. Dr. Hanns Lilje in den Dienst gestellt.

Mit seinem hohen und schlanken Turm (ca. 50 m) bildet der breit und massig gelagerte Backsteinbau eine Dominante im Stadtbild Emdens.

 

Von Westen nach Osten erstreckt sich das Kirchenschiff in einer Länge von 44 m und einer Breite von 20 m, überdeckt von einem Satteldach, gedeckt mit braunen Pfannen.

Eine Vielzahl von hohen, schmalen und bleiverglasten Fenstern geben dem Kirchenraum im hochliegenden Teil eine große Lichtfülle, während die unteren klein gehaltenen Fensterflächen nur gedämpftes Licht für die Seitengänge einlassen.

 


Chor der Lauschenden

 

Über dem Haupteingang auf der Südseite der Kirche befindet sich ein Sandsteinrelief des Bildhauers Lettow. Die Lauschenden blicken in Richtung Altar und Kanzel, während sie auf das Wort Gottes hören.Die sieben Gestalten sind Sinnbilder einer Gruppe von Menschen aus unserer Welt und Zeit. Sie lauschen in Ergriffenheit, aber auch voller Zweifel und innerer Unsicherheit, bedrückt und hoffend auf die Stimme dessen, dem unser Herz gehören soll.

 



Das Phoenixfenster

 

Im Westgiebel der Martin-Luther-Kirche befindet sich auf der Höhe der Empore ein kreisrundes Glasbild von etwa 5 m Durchmesser. Dieses wurde von Prof. von Stockhausen entworfen und hergestellt in den Münchener Hofkunstwerkstätten der Firma Franz Mayer.

Als Motiv für das Glasbild wurde - in Erinnerung an die Zerstörung Emdens - die Stadtsilhouette mit züngelnden Flammen gewählt. Lodernd schlagen die Flammen aus dem Häusermeer zum Himmel. Darüber erhebt sich mit großen, ausgebreiteten Schwingen ein Vogel. Die Flügelspannweite füllt den gesamten Durchmesser des Rundfensters aus. Es ist der legendäre Phoenix, von dem schon Herodot (5. Jhdt. v. Chr.) zu erzählen wusste und dessen Gestalt im Christentum auf den Tod und die Auferstehung Christi bezogen wird.

 



Die Stillung des Sturmes

 

Das Reliefbild auf der Altarrückwand stammt ebenfalls von dem Künstler Lettow. Es stellt die Stillung des Sturmes durch Jesus Christus dar. Auch hier ist in knapper Linienführung die Bewegtheit des Elementes, sowie die Angst und Unruhe der Jünger zum Ausdruck gebracht. Alle überragend erhebt sich die Gestalt Jesu Christi, die mit der Linken die Elemente bedroht und die Rechte beruhigend über die Jünger ausstreckt.