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Schwan auf der Kirchturmspitze
Taufbecken

Kirchenmusik

Singen, Spielen und Hören...

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und behütetes Neues Jahr!

Sei behütet - auf deinen Wegen (Clemens Bittlinger)
gesungen von Friederike Gröttrup beim Segnungsgottesdienst in der Martin-Luther Kirche am 01. Januar 2021.

Dávid Gyula - aus der Flötensonate: 3. Satz (Vivace molto)

Marie Waskowiak (Flöte) und Marc Waskowiak (Klavier) spielten dieses virtuose und fröhliche Stück zum Ausgang des Segnungsgottesdienstes am 01. Januar 2021.

 

Abendandacht bei Kerzenschein

Am Dienstag, den 01.12.2020 haben wir unseren Geburtstag der Beckerath Orgel gefeiert. Diesmal mit einer Abendandacht bei Kerzenschein.

 

Mitwirkende waren:

Marie Waskowiak (Querflöte)

Kantor Marc Waskowiak (Klavier / Orgel)

Diakon i.R. Bernhard Noormann

 

Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer und Helferinnen, die unsere Kirche in ein so schönes und warmes Licht gehüllt haben!

Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge in G-Dur

Begrüßung

Mit dem Praeludium und Fuge von Johann Sebastian Bach haben wir die Geburtstagsfeier für unsere Orgel begonnen. Schön, dass Sie alle gekommen sind um mitzufeiern und ich darf Sie alle ganz herzlich begrüßen.

25 Jahre Beckerath Orgel in der Martin Luther Kirche. 25 Jahre spielt die Orgel, die Königin der Instrumente zum Lobe Gottes. In einer neueren Übersetzung des Psalm 150 heißt es: Halleluja! Es ist wunderbar! Es ist herrlich! Es ist unendlich schön, Gott im Glanz seiner Liebe und Größe zu loben. Dankt ihm für alles, was er getan hat. Dankt ihm, weil er uns mit seiner Liebe umschließt. Dankt ihm mit euren Instrumenten, mit Posaunen, Psalter und Harfen, dankt ihm mit Pauken, Pfeifen, Zimbeln und mit Orgelmusik.

Lasst die Welt erklingen von euren Stimmen, und dankt ihm mit Chorälen. Schade, das geht im Moment nicht, wir dürfen nicht singen, wie wir es sonst beim Orgelgeburtstag getan haben, aber die Musik darf erklingen.

Am 3. Dezember 1995 wurde unsere Orgel mit einem Konzert von Elmar Werner  eingeweiht und seit dem feiern wir in jedem Jahr den Orgelgeburtstag bei Kerzenschein.

Wir loben Gott mit Bach und Mozart, wenn es bald wieder geht auch mit Spiritual und Gospel, mit unseren Stimmen, wir loben Gott mit Musik.

Hören wir jetzt von Anton Stamitz die Capricen in A, an der Flöte Marie Waskowiak.

 

Anton Stamitz: Capricen in A

Predigt: Besinnen wir uns auf das Wesentliche

Besinnen wir uns auf das Wesentliche

Heute ist der 1. Dezember, ein neuer Monat, und der Monatsspruch kann uns deutlich machen, gerade in dieser Zeit der Corona Pandemie, was Menschsein, oder Menschlichkeit bedeutet.

Beim Profeten Jesaja heißt es:
Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus. Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut.

Sonntag war der erste Advent – das Warten auf die Ankunft Jesu, der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem hat begonnen.

Wie hat es der Benedektinermönch Anselm Grün formuliert:
In den vielen Vorstellungen, die sich um die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem ranken, etwa im Bild des Stalles, der Krippe, der Höhle, der Hirten, von Ochs und Esel, von Engeln und Sternen, drückt sich – wenn wir nur genau hinsehen – unsere Sehnsucht nach dem ursprünglichen Bild des Menschen und nach einem neuen Miteinander der Menschen aus! Wie gut passt doch der Monatsspruch dazu!

Die Sehnsucht nach einem neuen Miteinander der Menschen,  Und vielleicht ist es das, was wir in diesem Jahr, dem Jahr der Lockdowns, der Corona Pandemie, lernen konnten.

Wir alle haben die Einschränkungen erlebt:
Restaurantbesuch geht nicht
Kino geht nicht
Party geht nicht
Fitnesscenter geht nicht
Theater geht nicht
Umarmen der Freunde geht nicht
Teetrinken am Sonntag nach dem Gottesdienst geht nicht

Gottesdienst feiern geht
Andacht zum Orgelgeburtstag mit Kerzenschein geht
Liebe geht
Nächstenliebe geht
Glaube geht
Hoffnung geht
Freundschaft geht
Telefonieren geht
Whatts ap und mail schicken geht
Kameradschaft geht
Teilen geht

Bei dieser, natürlich in beiden Richtungen zu ergänzernden Aufzählung, spüren wir, dass plötzlich andere Werte, vielleicht die besonders wichtigen, in einer stark eingeschränktern Zeit möglich sind.

Wir müssen es nur wieder lernen, diese anderen Werte wieder mit Leben, mit Inhalten zu füllen.

Vielleicht dem Partner, der Partnerin wieder einmal sagen, du, ich liebe dich; vielleicht tut dem Nachbarn ein Anruf besonders gut; wollte ich dem Freund nicht längst eine mail schicken; vielleicht kann ich dem Schüler, der mit dem homeschooling nicht klar kommt, Hilfe anbieten; und die ältere Dame freut sich bestimmt, wenn ich für sie den Einkauf erledige, weil ich doch sowieso einkaufen muss; und wenn mein Apfelbaum in diesem jahr besonders gut trägt, freut sich bestimmt jemand, wenn ich meine Ernte teile.

Wir spüren, veraltete Begriffe wie Nächstenliebe oder Kameradschaft haben wieder einen neuen Sinn bekommen.

Alles was geht—wir können es möglich machen.

Der Theologe Peter Spangenberg hat es wunderschön formuliert:
Liebe – in einer lieblosen Welt
Gnade – in einer gnadenlosen Welt
Barmherzigkeit – in einer unbarmherzigen Welt
Frieden – in einer friedlosen Welt
Verantwortung – in einer verantwortungslosen Welt
Gewissen – in einer gewissenslosen Welt
Wahrheit – in einer verlogenen Welt
Hoffnung – in einer verzweifelten Welt
Demut – in einer hochmütigen Welt
Erfüllung – in einer leeren Welt
Versöhnung – in einer zerstrittenen Welt
Freiheit – in einer geängstigen Welt
Glaube – in einer gottlosern Welt
Das ist Segen, und diesen Segen will ich in mein Gebet nehmen.

Mein Gebet – wenn wir den Geburtstag der Orgel bei Kerzenschein feiern, so sind die brennenden Kerzen auch ein Bild für unser Gebet. Beten für die Musiker, die die Orgel spielen, die  Musik  machen, für die Menschen, die die Musik hören und genießen,  beten für eine lebendige Gemeinde.

Wenn wir in einer Kirche eine Kerze anzünden, dann hoffen wir, dass das Licht der Kerze das Herz des Menschen erreicht, für den ich das Licht angezündet habe. In dem Licht, in diesem Licht ist Christus, das wahre Licht der Welt, mitten unter uns. In der Nacht unserer Welt kam im Stall von Bethlehem das Licht zu uns. Und vielleicht strahlen die vielen Lichter heute Abend besonders für die Menschen, die in Folge der Corona Pandemie nicht mehr unter uns sind, und sie brennen für die vielen Helferinnen und Helfer, für Ärztinnen und Ärzte. Und sie brennen für die Menschen, an die jeder Einzelne von uns im Moment denkt.

Vielleicht gibt uns die Corona Pandemie die Chance, gerade in der kommenden Advents- und Weihnachtszeit, das Licht, die Liebe, den Segen, das große Geschenk unseres Gottes anzunehmen und weiter zu geben. Amen

Improvisation über verschiedene Weihnachtslieder

Weihnachtsgeschichte

Die Apfelsine des Waisenknaben

Eine Weihnachtsgeschichte

 

Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam mit neun Jahren in ein Waisenhaus in der Nähe von London. Es war mehr als ein Gefängnis. Wir mussten täglich mehr als 14 Stunden arbeiten – im Garten, in der Küche, im Stall, auf dem Feld. Kein Tag brachte eine Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es für uns nur einen einzigen Ruhetag: Das war der Weihnachtstag. Dann bekam jeder Junge eine Apfelsine zum Christfest. Aber auch diese eine Apfelsine bekam nur derjenige, der sich im Lauf des Jahres nichts hatte zuuschulden kommen lassen und immer folgsam war. Diese Apfelsine an Weihnachten verkörperte die Sehnsucht eines ganzen Jahres.

So war wieder einmal das Christfest herangekommen. Aber es bedeutete für mein Knabenherz fast das Ende der Welt. Während die anderen Jungen am Waisenhausvater vorbeischritten und jeder seine Apfelsine in Empfang nahm, musste ich in einer Zimmerecke stehen und zusehen. Das war meine Strafe dafür, dass ich eines Tages im Sommer aus dem Waisenhaus hatte weglaufen wollen. Als die Bescherung vorüber war, durften die anderen Knaben im Hof spielen, ich aber musste in den Schlafsaal gehen und dort den ganzen Tag über im Bett bleiben. Ich war tieftraurig und beschämt. Ich weinte und wollte nicht länger leben.

Nach einer Weile hörte ich Schritte im Zimmer. Eine Hand zog die Bettdecke weg, unter die ich mich verkrochen hatte, Ich blickte auf. Ein kleiner Junge namens William stand vor meinem Bett, hatte eine Apfelsine in der rechten Hand und hielt sie mir entgegen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Wo sollte eine überzählige Apfelsine hergekommen sein? Ich sah abwechselnd auf William und auf die Frucht und fühlte dumpf in mir, dass es mit der Apfelsine eine besondere Bewandtnis haben müsste. Auf einmal kam mir zu Bewusstsein, dass die Apfelsine bereits geschält war; und als ich näher hinblickte, wurde mir alles klar. Die Tränen kamen in meine Augen, und als ich die Hand ausstreckte, um die Frucht entgegenzunehmen, da wusste ich, dass ich fest zupacken musste, damit sie nicht auseinanderfiel.

Was war geschehen?

Zehn Knaben hatten sich im Hof zusammengetan und beschlossen, dass auch ich zu Weihnachten meine Apfelsine haben musste. So hatte jeder die seine geschält und eine Scheibe abgetrennt, und die zehn abgetrennten Scheiben hatten sie sorgfältig zu einer neuen, schönen und runden Apfelsine zusammengesetzt.

Diese Apfelsine war das schönste Weihnachtsgeschenk in meinem Leben. Sie lehrte mich, wie trostvoll echte Kameradschaft sein kann.

(nach Sidney Carroll)

Carl Reinecke: Ballade opus 288

Verabschiedung, Vater unser & Segen

Und nun lade ich Sie ein, gemeinsam mit mir das Vaterunser zu beten,und um den Segen Gottes zu  bitten, und wenn es Ihnen möglich ist, möchte ich Sie bitten,dazu aufzustehen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen,denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Dass Gott dich liebt – das glaubst du
dass Gott dich segnet – das spürst du
dass Gott dich beschenkt – das weißt du
dass Gott dich behütet – dass hoffst du
dass Gott dich trägt – das erfährst du
dass Gott dich begleitet – das brauchst du
dass Gott dich versteht – das ahnst du
dass Gott dir vergibt – dass bekennst du

Herr Gott, Vater, Sohn und Geist, segne uns und behüte uns. Amen

Zolt Gárdonyi: Hommage á Marcel Dupré

Zugabe:Wolfgang Amadeus Mozart: Andante in C-Dur KV 315